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Die Namensdebatte der Greifswalder Universität 2016/2017 in der medialen politischen Öffentlichkeit -

Seit dem 1. Juni 2018 trägt die Greifswalder Universität den Namen ‚Universität Greifswald‘. Als städtische Universität und pommersche Landesuniversität 1456 gegründet, wurde sie im Mai 1933 von der damaligen preußischen Kommissariatsregierung unter Herman Göring in ‚Ernst-Moritz-Arndt-Universität‘ umbenannt. Dieser Name wurde 1954 vom DDR-Staatssekretariat für Hochschulwesen bestätigt und fortan auch in der DDR weitergeführt. Erste öffentliche Proteste gegen den Universitätsnamen entzündeten sich 1998 und in den folgenden zwei Jahrzehnten flammte die Namensdebatte immer wieder von neuem auf.
Ihren Höhepunkt hatte die Namensdebatte im Jahre 2017. Dieser Höhepunkt des öffentlichen Streites markiert zugleich einen Tiefpunkt der politischen Kultur in der Stadt Greifswald. Nachdem der Senat der Universität im Januar 2017 mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit die Rückbenennung in ‚Universität Greifswald‘ beschlossen hatte, brach in Teilen der lokalen Greifswalder Öffentlichkeit ein Proteststurm los, der vielfach die Formen der argumentativen Auseinandersetzung durch wüste Beschimpfungen und persönliche Verunglimpfungen ersetzte. Auch ehemals leitende Persönlichkeiten der Greifswalder Universität verloren in ihren Beiträgen zur öffentlichen Debatte ihre bürgerliche Contenance und schalteten auf die Sprache der Beleidigung um. Die Stimmen, die mit sachlichen Argumenten für die Beibehaltung oder Ablegung des Universitätsnamens Stellung bezogen, drohten in der polemischen Atmosphäre der lokalen öffentlichen Debatte übertönt zu werden.
Nachdem das Bildungsministerium den Senatsbeschluss vom Januar 2017 mit der Begründung moniert hatte, es seien bei der Beschlussfassung formale Fehler geschehen, lag dem Senat der Greifswalder Universität Ende 2017 ein neuerlicher Umbenennungsantrag vor, in dem versucht wurde, den Befürwortern des bisherigen Namens so weit wie rechtlich möglich entgegenzukommen. Auch diesmal gab es wieder laustarken Protest in der lokalen Öffentlichkeit, aber es mehrten sich die Stimmen, die Sachlichkeit in der Debatte einforderten. Der neue Antrag wurde Anfang 2018 im Senat mit großer Mehrheit angenommen und hielt diesmal der rechtlichen Prüfung durch das Bildungsministerium stand. Somit stand der Rückbenennung zum 1. Juni 2018, fast auf den Tag genau nach 75 Jahren, nichts mehr im Wege. (Aus dem Vorwort von Hubertus Buchstein

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